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Akkordsymbole: Umkehrungen und Akkorde lesen

In der Lektion über Akkorde hast du Akkorde als Türme gebaut, mit dem Grundton ganz unten. Echte Musiker ordnen dieselben Töne aber oft anders an, und Liedblätter benutzen kurze Symbole wie C/E oder Csus4, um genau zu sagen, was du spielen sollst. Hier lernst du, wie man einen Akkord umdreht und wie man die kleinen Buchstaben über dem Liedtext liest.

Geprüft am 7. Oktober 2026

In dieser Lektion

Dieselben Töne, ein anderer Ton unten

Ein C-Dur-Akkord besteht immer aus C, E und G. Du kannst diese Töne aber in verschiedener Reihenfolge stapeln. Wenn der Grundton C der tiefste Ton ist, steht der Akkord in Grundstellung. Leg das C nach oben, dann ist E der tiefste Ton: Das ist die erste Umkehrung. Leg auch das E nach oben, dann liegt G unten: Das ist die zweite Umkehrung.

Der Name des Akkords ändert sich nicht. Es ist immer noch C-Dur, mit denselben drei Tönen. Was sich ändert, ist der tiefste Ton, und den bemerken deine Ohren am meisten. Die Grundstellung klingt fest und ruhig. Die erste Umkehrung klingt leichter, und die zweite Umkehrung kann klingen, als würde sie sich anlehnen und auf etwas warten.

  • C unten: C E G. Fest und ruhig.
  • E unten: E G C. Derselbe Akkord, leichter.
  • G unten: G C E. Derselbe Akkord, angelehnt.

Probier’s aus: Spiel auf dem Klavier C E G, dann heb das C ab und setz es oben drauf. Mach das noch einmal. Schon hast du alle drei Stellungen gespielt.

Warum Musiker Akkorde umdrehen

Spiel C, F, G und C, jeden Akkord in Grundstellung, und deine Hand muss auf der Tastatur hin und her springen. Das ist anstrengend, und die Akkorde klingen ein bisschen abgehackt.

Such dir jetzt für jeden Akkord die Umkehrung aus, deren Töne dem Akkord davor am nächsten liegen. Töne, die zwei Akkorde gemeinsam haben, bleiben einfach liegen, und die anderen Töne bewegen sich nur einen oder zwei Schritte. Deine Hand wandert kaum, und die Akkorde fließen ineinander. Darum benutzen Pianisten und Gitarristen ständig Umkehrungen, wenn sie ein Lied begleiten.

  • C, F, G, C, alle in Grundstellung: Die rechte Hand springt.
  • Dieselben vier Akkorde mit Umkehrungen: Die rechte Hand bewegt sich kaum.

Der Schrägstrich: welcher Ton unten liegt

Liedblätter können den tiefsten Ton mit einem Schrägstrich zeigen. C/E bedeutet: Spiel einen C-Akkord, mit E als tiefstem Ton. Man liest es „C über E“ (oder „C mit E im Bass“). C/E ist also die erste Umkehrung von C, und C/G ist die zweite Umkehrung.

Der Ton nach dem Schrägstrich muss nicht einmal zum Akkord gehören. C/B bedeutet einen C-Akkord über einem B (auf Deutsch H) im Bass. Solche Slash-Akkorde werden oft benutzt, damit der Bass Schritt für Schritt sanft nach unten oder oben wandert, während die Hand darüber fast stillhält.

  • Die Hand spielt denselben C-Akkord; nur der Basston ändert sich.
  • C, C/B, Am, Am/G, F: Der Bass steigt Ton für Ton nach unten.

Akkordsymbole lesen

Ein Akkordsymbol beginnt mit einem Großbuchstaben: dem Grundton. Ein Buchstabe allein bedeutet einen Durakkord, C ist also C-Dur. Kleine Buchstaben und Zahlen dahinter verraten dir die Farbe. Du kennst sie aus der Lektion über Akkorde: m bedeutet Moll, dim bedeutet vermindert, aug bedeutet übermäßig, 7 fügt eine Septime hinzu, maj7 eine große Septime, und m7 ist ein Mollakkord mit Septime.

Verschiedene Bücher schreiben denselben Akkord auf verschiedene Arten. Du siehst vielleicht ein Minuszeichen für Moll (C−), einen kleinen Kreis für vermindert (C°), ein Plus für übermäßig (C+) und ein Dreieck für die große Septime (CΔ7). Gemeint sind dieselben Akkorde. Drück auf die Knöpfe, um jeden auf C gebauten Akkord zu hören (B steht hier für H, B♭ für B).

  • C E G: Dur, hell.
  • C E♭ G: Moll, weicher.
  • C E G B♭: unruhig, will weiter.
  • C E G B: fließend und verträumt.
  • C E♭ G B♭: warm und lässig.
  • C E♭ G♭: gespannt.
  • C E G♯: schwebend und unruhig.

Sus, add und 6: noch ein paar Farben

In einem sus-Akkord (kurz für „suspended“, vorgehalten) wird der mittlere Ton ausgetauscht. Csus2 nimmt D statt E (C D G), und Csus4 nimmt F statt E (C F G). Ohne seine Terz ist der Akkord weder Dur noch Moll, deshalb klingt er offen und ein bisschen unfertig. In älterer Musik geht das F von Csus4 meistens einen Schritt hinunter zum E. In vielen Popsongs bleibt der sus-Akkord einfach so stehen.

Add bedeutet, dass zu einem normalen Akkord ein Ton hinzugefügt wird. Cadd9 ist ein C-Akkord mit einem zusätzlichen D oben drauf (C E G D), aber ohne Septime. C6 ist ein C-Akkord mit einem hinzugefügten A (C E G A), ein warmer, sanfter Klang. Vergleiche Csus4 und C, dann hör dir Cadd9 und C6 an.

  • C D G: offen, weder Dur noch Moll.
  • C F G: offen, als würde er die Luft anhalten.
  • F geht hinunter zu E, und der Akkord atmet aus.
  • C E G + D: ein C-Akkord, der funkelt.
  • C E G + A: warm und sanft.

Ein Liedblatt lesen

Viele Liederbücher und Webseiten drucken nur den Text und die Melodie, mit Akkordsymbolen darüber. Jedes Symbol steht dort, wo der Akkord beginnt, und du spielst ihn weiter, bis das nächste Symbol kommt.

Hier ist eine kleine eigene Melodie mit den Akkorden C | Am | F G7 | C, ein Akkord pro Takt, außer im dritten Takt, der zwei hat. Hör, wie sich Bass und Akkorde unter der Melodie ändern.

  • Eine kurze Melodie, deren Akkorde dort wechseln, wo die Symbole stehen.

Probier’s aus: Nimm ein beliebiges Liedblatt mit Akkordsymbolen und lies die Akkorde im Takt laut vor. Sag jeden Namen genau dann, wenn er an der Reihe ist.

Klavierklang: Salamander Grand Piano von Alexander Holm (CC BY 3.0).

Musiktheorie

  1. Notennamen
  2. Das Notensystem
  3. Rhythmus und Notenwerte
  4. Takt und Taktart
  5. Rhythmus für Fortgeschrittene
  6. Intervalle
  7. Tonleitern
  8. Akkorde
  9. Akkordsymbole
  10. Harmonik
  11. Quintenzirkel
  12. Transponieren
  13. Liedform
  14. Vortragszeichen
  15. Melodie
  16. Satzweise
  17. Die Wissenschaft vom Klang
  18. Italienische Begriffe

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